Präsentation anlässlich eines Festkommers

zum 85. jährigen Jubiläum am 20.03.2010

im Bürgerhaus Steffenberg

 

 

 

 

 

Die Gründung

Nach einer Unterschriftensammlung im Jahre 1924 fanden sich am 19.01.1925 19 Bürger zu einer Gründungsversammlung zur Bildung einer Freiwilligen Feuerwehr in Niedereisenhausen ein.

Zum ersten Kommandanten in der Geschichte der Wehr wurde August Pfeiffer und zu seinem Stellvertreter Georg Theiß II gewählt.

 

 

Im Folgemonat erfolgte die Aufnahme der neu gegründeten Wehr in den Nassauischen Feuerwehrverband. Der Nassauische Feuerwehrverband ist der erste Dachverband der Feuerwehren in Hessen.

Bereits im August hatte die Feuerwehr ihren Ersten Einsatz – bei einem Feuer in der Mühle Klein in Quotshausen.

 

 

Wie bereits erwähnt ist August Pfeiffer zum erster Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr gewählt worden.

25 Jahre führte er das Amt des Wehrführers aus, bis er 1950 aus gesundheitlichen Gründen zurücktrat. Unter seiner Führung wurde mit einem für die heutige Zeit unvorstellbaren Idealismus und einer Fülle von Übungen die Wehr auf einen in der ganzen Umgebung geschätzten Ausbildungsstand gebracht.

Aufgrund seines langjährigen, ehrenamtlichen Engagement für die Freiwillige Feuerwehr, wurde August Pfeiffer 1950 zum Ehrenkommandanten ernannt.

 

 

Aber nicht nur August Pfeiffer feierte 1950 sein 25jähriges Dienstjubiläum. Nein auch die Feuerwehr beging ihr 25 Jähriges. Doch was geschah alles in den ersten 25 Jahren. Auf einer Feierstunde am 11. April erzählte August Pfeiffer vom Aufbau der Feuerwehr. Festgehalten wurde dies in einem Zeitungsartikel des Hinterländer Anzeigers.

Aus diesem möchte ich Ihnen heute Abend einen Teil zitieren:

„[…] [Pfeiffer] erzählte von der Gründung der Wehr im Jahre 1925, vom ersten Einsatz und all den Mühen und Sorgen der ersten Zeit. Die [Männer], die sich als erste in den Dienst der Sache gestellt hatten, mussten oft gegen Spott und Hohn kämpfen und von fast keiner Seite, nicht einmal von der Gemeinde selbst, wurde ihnen Unterstützung entgegengebracht. Trotzdem waren die Schwierigkeiten bald überwunden. Die Aufführung von Laienspielen [1928] brachte das erste Geld ein und damit konnten Geräte, Uniformen und all die vielen kleinen und notwendigen Dinge gekauft werden. Bald kamen neue Kameraden hinzu und die Wehr erlebte einen schönen Aufstieg bis zum Kriegsausbruch. Der Krieg zerriss die Gemeinschaft, viele kehrten nicht wieder, so dass 1945 neu begonnen werden musste. Aber das Jahr 1945 gab der Wehr noch einmal Gelegenheit sich zu bewähren, denn durch Beschuss kam es kurz vor dem Einzug der Amerikaner zu einem schweren Brand, der mit Mühe eingedämmt wurde. […]“

 

 

 

 

Wehrführer aus dieser Zeit:

Durch August Pfeiffers Rücktritt 1950 musste die Wehrführung neu besetzt werden. – Es übernahm für Ihn sein Sohn Erwin Pfeiffer.

1953 wurde Heinz Becker zum Wehrführer gewählt, er blieb für ein Jahr im Amt als er es in 1954 an Alwin Becker ab gab.

1956 trat die Leitung der Feuerwehr wieder Erwin Pfeiffer an.

 

 

Erwin Pfeiffer legte sein Amt als Wehrführer 1972 aus gesundheitlichen nieder. Als neuer Wehrführer wurde Willi Noll gewählt.

1974 übernahm Edi Schwarz das Amt des Wehrführers.

Da Edi Schwarz einen Wohnungswechsel vornahm, gab er 1977 das Amt des Wehrführers an Holm Theis ab.

 

 

Da die Motorspritze aus dem Jahre 1938 nicht mehr den örtlichen Verhältnissen entsprach, erhielt die Wehr 1959 einen Tragkraftspritzenanhänger mit einer TS 8/8. Sie kam im Januar 1960 zum ersten mal bei einem Brand in der damaligen Holzwollfabrik zum Einsatz.

Bis 1962 folgte nach mehreren kleineren Bränden einer der größten Brände in der Geschichte der Wehr. Am 13. März entdeckte gegen fünf Uhr der Nachtwächter des damaligen Lahnwerks ein Feuerschein in der mittleren der drei aneinanderhängenden Fabrikhallen. Zunächst versuchte er den Brand mit Wassereimern selbst zu bekämpfen, doch sah er gleich ein, dass er gegen die schnell um sich greifenden Flammen machtlos war. Er telefonierte sofort ins Dorf und alarmierte die Feuerwehr. Als man dort die Sirene betätigen wollte, stellte man fest, dass diese defekt war. Trotzdem waren die durch Hornsignale aus den Betten geworfenen Feuerwehrmännern schnell an der Brandstelle. Leider mussten die Kameradinnen und Kameraden beim eintreffen feststellen, dass bereits drei der vier Hallen im Vollbrand standen. Durch das schnelle Eingreifen und die gute Zusammenarbeit mit den Nachbarwehren konnte ein Abbrennen der vierten Halle verhindert werden.

1970 konnte im Rahmen einer Landesbeschaffungsaktion ein Löschgruppenfahrzeug (LF 8) von der Gemeinde erworben und der Feuerwehr übergeben werden. Mit diesem Fahrzeug konnte trotz vieler Schwierigkeiten und finanziellen Nöten der Rüstungsstandard der Freiwilligen Feuerwehr ergänzt und der Entwicklung der Gemeinde angepasst werden.

 

 

Was geschah noch in dieser Zeit?

Ein Funkgerät FuG7B wurde beschafft. Außerdem konnten Parker und Stiefel im Rahmen einer Beschaffungsaktion gekauft, und die persönliche Schutzausrüstung dadurch erheblich verbessert werden.

1978 wurde das Notrufsystem 73 installiert, es beinhaltet die Bundesweit einheitlichen Telefonnummern 112 und 110 welche zur schnelleren Alarmierung der Einsatzkräfte dient.

Im Winter 1982/83 konnte die Wehr ihr neues Quartier in der Bauhofstraße beziehen.

1984 ereignete sich der größte Hochwassereinsatz seit Jahren. Die Wehr war zwei Tage lang, unter schweren Bedingungen, im Einsatz zum Schutz von Menschen, Tiere und Sachwerten.

Im Jahre 1985 beging die Feuerwehr ihr 60jähriges Jubiläum mit einem dreitägigen Feuerwehrfest und einem großen Festzug.

 

 

 

 

Wehrführer aus der Zeit:

1988 übernahm Karl-Heinz Pfeiffer die Wehrführung von Holm Theiß.

1992 wurde Kay Trumpler zum Wehrführer gewählt. Er gab das Amt 1998 an Thilo Achenbach ab.

Durch den Rücktritt von Thilo Achenbach 2006 übernahm die Leitung der Wehr Uwe Lichtblau.

Der sie bis 2010 weiterführte und das Amt an Johannes Becker abgab.

 

 

1989 fand eine der größten Anschaffungen der Wehr statt, die Kameraden erhielten ein neues Tanklöschfahrzeug TLF 16/25. Es ist das erste Fahrzeug in der Gemeinde, was einen eigenen Wassertank besitzt. Diese Fahrzeuge ermöglichen der Feuerwehr beim Eintreffen am Einsatzort unmittelbar mit der Brandbekämpfung zu beginnen. Aber auch an Orten, an denen keine Hydranten zu finden sind, z. B. in Waldgebieten, kann das Fahrzeug zum Wassertransport eingesetzt werden. Es wurde am 20.03.1989 offiziell übergeben und der Bevölkerung vorgestellt. Doch bereits vor der Übergabe musste das Fahrzeug zu seinem ersten Einsatz.

Ein absoluter Meilenstein in der Geschichte der Feuerwehr war die Gründung einer Jugendfeuerwehr am 06.11.1993. Zum ersten Jugendfeuerwehrwart wurde Jens Reichel gewählt.

Die Jugendarbeit ist einer der wichtigsten Bereiche der Wehr, denn nur durch eine Gute Jugendarbeit kann die Existenz einer FREIWILLIGEN Feuerwehr langfristig gesichert werden. Den Beweis sehen wir bereits heute, denn die meisten Nachwuchskräfte für die Einsatzabteilung konnten aus unserer Jugendfeuerwehr übernommen werden. 

Um aber auch fördernde Mitglieder in die Feuerwehr aufnehmen zu können, beschloss man ebenfalls im Jahre 1993 die Gründung eines Feuerwehrvereins. Die dazugehörige Gründerversammlung fand im März 1995 statt.

1994 wurde das erste mal ein Osterfeuers an der Schutzhütte in Niedereisenhausen ausgerichtet. Es wurde durch die Bevölkerung sehr gut angenommen, sodass es sich zu einer traditionellen Veranstaltung in Niedereisenhausen etablierte und bis zum heutigen Tage von der Feuerwehr durchgeführt wird.

 

 

1995 wurde das seit 1970 im Dienst befindliche Löschgruppenfahrzeug LF 8 gegen das, aber ebenfalls bereits in die Tage gekommene, Löschgruppenfahrzeug der Feuerwehr Steinperf getauscht. Im Dezember 1997 war es endlich soweit. Das alte Fahrzeug wurde von einem neuen Tragkraftspritzenfahrzeug mit Wassertank ersetzt.

Ein weiteres Fahrzeug kam 1999 hinzu – ein Gerätewagen Nachschub. Es wurde durch den Feuerwehrverein beschafft und in vielen mühevollen ehrenamtlich geleisteten Arbeitsstunden zum Feuerwehrfahrzeug aus- und umgebaut.

 

 

Im April 2000 beging man das 75 jährige Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr mit einem dreitägigen Fest im und um das Bürgerhaus Niedereisenhausen.

Im selben Jahr erhielt die Wehr ein Hydraulisches Rettungsgerät – auch bekannt unter Schere und Spreitzer –  um die technische Hilfeleistung bei Verkehrsunfällen in der Gemeinde besser zu gewährleisten.

Durch die Dienstniederlegung einer Steffenberger Einsatzabteilung kam es im Frühjahr 2001 zu einer Fahrzeugumstellung bei den Feuerwehren. Es wurde dadurch erreicht, dass jetzt jeder Ortsteilwehr ein Wasserführendes Fahrzeug zur Verfügung steht. Leider zum Nachteil der Feuerwehr Niedereisenhausen, denn sie mussten ihr fast neues TSF-W abgeben und erhielten dafür zwei ältere TSF.

 

 

Eine der größten Errungenschaften, wenn nicht die Größte in der Geschichte der Wehr war das in 2001 fertig gestellte neue Feuerwehrhaus. Es steht in der Eisenhäuserstraße und wurde am 23.11.2001 offiziell eingeweiht. Der Neubau war notwendig geworden, da auf dem Gelände des alten Feuerwehrhauses und den benachbarten Grundstücken ein Einkaufszentrum entstanden ist. Das neue Feuerwehrhaus umfasst 5 Stellplätze und bietet ein Optimum an Funktionalität. Neben den hervorragenden Unterbringungsmöglichkeiten für die Wehr bietet das Gebäude auch Platz für zentrale Aufgaben der Großgemeinde Steffenberg. Z.B. wird in Niedereisenhausen das Zentrale Schlauchlager und die zentrale Kleiderkammer beherbergt.

Am 17. September 2006 kam es im Hessischen Hinterland zu sehr starken Regenfällen, die die Pegel der Perf und der Gansbach ansteigen lies, aber auch das Erdreich auf den Bergen konnte die Wassermassen nicht mehr aufnehmen, dadurch kam es zu massiven Überschwemmungen in ganzen Bereich. Die Feuerwehren im Hinterland, darunter auch die Feuerwehr Niedereisenhausen, waren die ganze Nacht im Einsatz um den Wassermassen Herr zu werden, was unmöglich erschien. Glücklicherweise ließen in der Mitte der Nacht die Regenfälle nach und das Wasser konnte langsam wieder abfließen.

Im Dezember 2006/Januar 2007 kam es erneut zu einem Wechsel der Fahrzeuge in Niedereisenhausen. Die beiden TSF, die die Feuerwehr 2001 erhalten hatte wurden durch die Gemeinde verkauft, dafür erhielt die Wehr ein gebrauchtes Löschgruppenfahrzeug LF 8 der Feuerwehr Egelsbach. Das neue Fahrzeug wurde in vielen ehrenamtlichen Arbeitsstunden auf die Bedürfnisse  der Feuerwehr Niedereisenhausen umgebaut und im Rahmen des Tages der offenen Tür 2007 offiziell übergeben.

 

 

Heute ist die Freiwillige Feuerwehr Niedereisenhausen eine moderne und dynamische Feuerwehr, die mit ihren 32 gut ausgebildeten Mitgliedern der Einsatzabteilung dem Bürger und seinem Besitz bei Tag und Nacht Schutz und Sicherheit gewährt. Treu nach den Vorgaben ihrer Gründer: „Gott zur Ehr dem Nächsten zur Wehr“.  -  Steffenberg, 20.03.2010